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Aus Badmintonwissenschaft und -forschung

Wie wird der härteste Schmetterball erzeugt?

Forscht über und für Badminton: Sportwissenschaftler und Badmintontrainer Wolf Gawin ist zur Zeit wissenschaftlicher Angestellter am Institut für angewandte Trainingswissenschaft der Uni Leipzig.

(28.10.03) Die deutschen Doppel-Nationalspieler sollen in Zukunft von einer sportwissenschaftlichen Neuheit profitieren. Die Universität Leipzig entwickelt in Zusammenarbeit mit dem DBV und dem Institut für angewandte Trainingswissenschaft Leipzig (IAT) ein mobiles Messsystem zur Analyse von Bewegungstechniken. Es soll auch bei extrem hohen Bewegungsgeschwindigkeiten detaillierte Daten liefern können. Die Federführung liegt bei Dr. Thomas Jaitner und Sportwissenschaftler und Badmintontrainer Wolf Gawin.

Das geplante Messsystem arbeitet mit der Erfassung von Beschleunigungswerten bestimmter Körpersegmente. Hierzu werden Schläger, Unterarm, Oberarm und Schulter des Sportlers mit Messgebern versehen, die während der Messung die Daten an einen Computer außerhalb des Spielfelds übermitteln. Die erfassten Daten geben Auskunft über Kräfte, Beschleunigungen und Geschwindigkeiten bei der Schlagausführung und ermöglichen so eine genaue Analyse der Schlagtechnik. In dieser Genauigkeit ist das sonst nur über sehr aufwändige Hochfrequenzvideomessungen möglich.

Erprobungen in Sachsen, Saarbrücken und Duisburg

Ein erster Praxistest der Anlage erfolgte Ende Juli. Bei fünf Kaderspielern des Sächsischen Badminton-Verbandes wurden die Beschleunigungsdaten erfasst. Zudem wurde die Schlagtechnik mit Hochfrequenzvideokameras aufgenommen, um einen Vergleich der gewonnenen Daten mit den Videoaufnahmen zu ermöglichen.

Aufgrund der Erfahrungen wurde das System modifiziert. Anfang August erfolgte dann sein erster Einsatz bei den Nationalspielern. Deren Körperbewegungen bei Schmetterschlägen wurden am Olympiastützpunkt in Saarbrücken untersucht. Auch hier wurden die Schläge zeitgleich gefilmt. Hilfestellung gab Stefan Dreseler, für die Doppel verantwortlicher Bundestrainer im DBV. Ihm kam die Untersuchung sehr gelegen, da er gerade intensiv an den Angriffsschlägen der deutschen Nationalspieler arbeitet. Eine gewinnbringende Zusammenarbeit bot sich also an.

Bei den German Open wurden weitere Daten gesammelt. Bei Untersuchungen internationaler Spieler, die sich zu einem Test bereit erklärt hatten, zeigten sich den Wissenschaftlern deutlich höhere Werte als vorher gemessen. Gawin: "Beim Engländer Robert Blair fanden wir bis zu 340 km/h Schlägergeschwindigkeit, ein absoluter Spitzenwert. Auch Flandi Limpele, der spätere Sieger im Doppel, kam auf über 300 Kilometer pro Stunde."

Nach diesen ersten Untersuchungen werden nun alle Daten ausgewertet. Gleichzeitig läuft ein Antrag beim Bundesinstitut für Sportwissenschaft in Bonn (BISp) zur Bewilligung von Fördermitteln, damit das Forschungsvorhaben fortgesetzt werden kann.

Ziel soll es sein, ein mobiles Beschleunigungsmesssytem für Badminton zu entwickeln, das die Trainer als Analysewerkzeug nutzen können, um die Armbewegungen der Spieler so zu optimieren, dass sie zu einer maximalen Endgeschwindigkeit des Schlägers und damit zu einer hohen Schlaghärte führen.

Bericht von der HP des DBV entnommen 

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